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Schwertfisch

Schwertfisch

Das Blatt zeigt einen nach links gewandten Schwertfisch mit beige-grauer Farbgebung und blauen Akzenten in Deckfarben über schwarzer Kreide. Als mögliche Kopierhilfe für die Verhältnisse von Körperteilen könnte die darunterliegende, mehrmals korrigierte Größenskalierungslinie gedient haben. Der Schwertfisch verfügt über sein namensgebendes schwertartiges Rostrum und eine halbmondförmige Schwanzflosse. Dass Fische schon seit langem Gegenstand in Kunst und Literatur sind, ist auf ihre Bedeutung als Nahrungsmittel und als Einkommensquelle zurückzuführen. [1] In der Antike wurden Fische als Fabelwesen angesehen. So knüpfte Aristoteles in seiner Historia animalium (4. Jh. v. Chr.) Fischnamen an volkstümliche Bezeichnungen an, die nach Analogien zu anderen Tieren gebildet worden waren (wie Seehund, Seepfau, Seehase). [2] Auch spätmittelalterliche Darstellungen wie im Hortus Sanitatis (1491) waren nicht naturgetreu, sondern stark verallgemeinert und als Motiv symbolisch mit dem Christentum verknüpft. Daher mussten die ersten wissenschaftlichen Schriften der Fischkunde für ihre Illustrationen mit neuen Vorlagen aus der Natur arbeiten. In der frühen Neuzeit beginnt mit Conrad Gessner, Pierre Belon, Guillaume Rondelet und Hippolito Salviani eine neue Ära. [3] Das Interesse an der Ichthyologie wuchs auf Kosten der anderen Bereiche der Naturgeschichte wie der Ornithologie und Botanik. Illustrierte ichthyologische Werke erschienen nicht nur früher, sondern übertrafen auch in Anzahl und Umfang die zeitgenössischen Publikationen über andere Tiere. [4] In den 1550er Jahren wurden einige bedeutende illustrierte ichthyologische Bücher veröffentlicht, die in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Die Illustrationen waren nicht nur für Naturforscher bestimmt, sondern dienten auch für den Gebrauch von Ärzten, Malern, Soldaten und Köchen. [5] Künstler nutzten für die Darstellung von Fischen entweder solche Bücher als Vorlagen oder kopierten die Motive voneinander ab, während einige Maler Zugang zu einem echten Exemplar auf einem Markt, einer Sammlung oder bei einem örtlichen Fischer hatten. [6] So erhielten Fischillustrationen in großer Zahl Einzug in die Kunst. Die genaue Vorlage für Levezows Schwertfisch ist nicht geklärt.

Autor:in: Leonie Appl

Fußnoten

[1] Vgl. Anne M. Overduin-de Vries / Paul J. Smith: Fishing in the past. Biodiversity, Art History, and Citizen Science, in: Ichthyology in Context (1500–1880) (2024), S. 298–321, S. 298.

[2] Vgl. Claus Nissen: Schöne Fischbücher. Kurze Geschichte der ichthyologischen Illustration. Bibliographie fischkundlicher Abbildungswerke, Stuttgart 1951, S. 11.

[3] Vgl. Paul J. Smith: Introduction. Towards a Cultural History of Early Modern Ichthyology (1500–1880), in: Ichthyology in Context (1500–1880) (2024), S. 1–26, S. 8.

[4] Vgl. Overduin-de Vries / Smith 2024, S. 8.

[5] Vgl. Overduin-de Vries / Smith 2024, S. 8.

[6] Vgl. Overduin-de Vries / Smith 2024, S. 298.